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SCHON MAI

Kulturelle Jugendbildung lauscht auch immer dem gesellschaftspolitischen Puls der Zeit. Würde sonst ja nicht funktionieren. Wir haben hier in den Kursen gerade wirklich lebhafte Diskussionen zum aktuellen Leben. Ist aber nicht einfach, denn läuft, fährt oder fliegt man dieser Tage durch den schrill-bunten Schweriner Schilderwald, verstärkt sich der Eindruck, dass unsere Stadt gerade in eine kognitive Krise abzurutschen droht. Das viele Werbegeld hätte man durchaus besser sinnvoller verwenden sollen, so für Fahrradhallen oder noch viel sinnvoller. Plakatlosungen, scheinbar aus vorigen Stimmabgaben rüber kopiert... Kann man sich nicht ausdenken. Nachbar Daniel aus S-H gibt sogar Empfehlungen. Für ihn einfach, musste er ja nicht in der "Z.o.n.e." aufwachsen. Viele der Pappen offenbaren Ernährungsprobleme oder künden vom in Bälde drohenden Szenario, einem M-V als größte Freiluftgeriatrie Deutschlands. Puh. Ein Plakat aber hat allen hier gefallen. Es erinnert unweigerlich an die Simpsons, wenn Kinder bei Onkel Moe im Wirtshaus anrufen. Wir haben in den vergangenen Tagen wieder versucht, heranwachsenden Menschen etwas Sinnvolles zu vermitteln, damit sie später nicht unbedingt hier bleiben müssen. Denn mindestens einige unserer jungen Leute passen ja nach Ansicht mancher der Plakatierer:innen doch so gar nicht hierher ins Weltkulturerbe. Und wir wolln doch keinen Ärger heraufbeschwören, weder mit Herrn Bressel, noch mit Sahras Privatclub oder Schlimmeren. Am Feiertag machen wir Freilichtkino. Wat läuft? Mike Judge's wohl bester Streifen aus 2006. Ernstes Thema, 'trauriger' Film. Sehenswert.



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