Geschichte

Historie

Im Jahr 1993 gründeten einige Mecklenburger Künstlerinnen und Künstler die Schweriner Schule der Künste. Aus einem überschaubaren Angebot für etwa 40 Kinder und Jugendliche wuchs in den Jahren eine vielseitige und anerkannte Einrichtung der kulturellen Kinder- und Jugendbildung, die jungen Menschen die regelmäßige Teilnahme an künstlerischen Aktivitäten, Workshops, Projekten und Kursen ermöglicht. Pro Jahr nehmen mittlerweile hunderte Schülerinnen und Schüler aus Regelschulen Mecklenburg-Vorpommerns an abwechslungsreichen Projekten teil, nutzen Kinder und Jugendliche die vielfältige wie ungewöhnliche Kursangebote.

Besonderes Augenmerk widmet die Schule der Künste jungen Menschen aus sozial schwachen Familien. So nutzen nicht selten Kinder von Arbeitslosigkeit betroffener Eltern die Angebote. Mittels moderater Kursgebühren agiert die als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe anerkannte Einrichtung gegen Ausgrenzung, für Integration und Gleichbehandlung von Kindern und Jugendlichen. Junge Menschen mit Handicap wurden bereits früh in künstlerische Aktivitäten integriert. Während eigens organisierter Tourneen durch das gesamte Bundesland konnten sie ihre Projektergebnisse präsentieren, hatten jede Menge Freude, unvergessliche Erlebnisse und erwarben
viel Selbstvertrauen.

Die Schule der Künste wird von verschiedenen Behörden und Einrichtungen des Landes, so u.a. durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, von der Kommune und durch Bundeseinrichtungen unterstützt.

Kinder und Jugendliche finden in der Schule der Künste ein breit gefächertes Freizeit- und Ausbildungsangebot in den Bereichen der angewandten und bildenden Kunst, im darstellenden Spiel, in der Musik und der digitalen Mediengestaltung vor. Das direkte Miteinander dieser Angebote ermöglicht die interdisziplinäre Arbeit und bietet Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine gleichzeitige Nutzung verschiedener Angebote.

Dank der Hilfestellung durch das Schweriner Jugendamt und Institutionen des Landes konnten in den vergangenen Jahren vielfältige Veranstaltungen in der Landeshauptstadt, landes- und bundesweit realisiert werden. In den 90er und 2000er Jahren nahmen insbesondere Kinder und Jugendliche aus Aussiedlerfamilien (GUS) erfolgreich an den einschlägigen Nachwuchswettbewerben für Musik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene teil, belegten häufig vordere Plätze, erhielten Auszeichnungen und wurden durch das Team der Schule der Künste darauffolgend intensiv und erfolgreich auf ein Studium an den Kunsthochschulen vorbereitet.

Überregionale Aufmerksamkeit erhielt gleichermaßen das Rock/Pop-Vokal-Projekt unserer Einrichtung. Die Gesangausbildung wurde in den Studios der Einrichtung durchgeführt, eigene Songs für Sängerinnen und Sänger entstanden und die Auftritte der Mädchen und Jungen hinterließen wiederkehrend ein begeistertes Publikum nicht nur in Rostock, Hamburg, Wismar oder Schwerin. Einige unserer Absolventinnen singen heute auf angesagten Bühnen bundesweit und arbeiten mit renommierten Künstlern zusammen.

Im Jahr 2007 startete die Schule der Künste einen umfangreichen Prozess der Umstrukturierung. Demographische Veränderungen, die Neugestaltung des regulären Schulsystems und die europäische Öffnung – diesen spannenden Herausforderungen wollten wir uns unbedingt stellen. Seit 2006 gehören zu den Partnern der Schule der Künste kulturpädagogische Einrichtungen aus Frankreich. Nicht nur Schweriner Kindern und Jugendlichen wurden durch diese Zusammenarbeit kosmopolitische Kompetenz und prägende Erlebnisse vermittelt. Seit 2007 finden deutsch-französische Jugendkulturprojekte ein- bis zweimal pro Jahr statt.

Die internationale Jugendkulturarbeit wurde in den Folgejahren deutlich ausgebaut. Weitere Institutionen, so aus Spanien und Russland, nahmen an Projekten in den vergangenen Jahren teil. Heute kooperiert die Schule der Künste überdies mit Einrichtungen aus der Mongolei und der westafrikanischen Republik Togo. Erste Kontakte für den künftigen internationalen Jugendkulturaustausch wurden bereits mit Partnern in Argentinien und Brasilien geknüpft.

Junge Menschen wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Sie wollen suchen, ausprobieren, wollen sich artikulieren, sich zurecht finden in einer ziemlich lauten und schnellen Welt. Sie benötigen Zuwendung, Freiheit und Dialog. Sie sollen Anerkennung finden, denn diese stärkt nicht nur ihre Motivation. Kulturelle Kinder- und Jugendbildung erleichtert den Start ins lebenslange Lernen und sie bietet Möglichkeiten, die weit über das Potential der heutigen Regelschulen hinaus reichen. Interdisziplinär, spannend, nachhaltig, praktisch und lebensnah. Von klein auf begleiten uns Kunst und Kultur. Beide geben sie viele Antworten auf wichtige Lebensfragen. Und so bietet unsere Einrichtung jeder Altersstufe das passende Angebot. An der Schule der Künste stehen nicht allein der Kurs oder das Seminar im Mittelpunkt. Vielmehr sollen Kinder und Jugendliche experimentieren und in interessanten Projekten über den ‚Tellerrand‘ schauen können.

Natürlich arbeiten wir mit Schulen und weiteren Bildungseinrichtungen zusammen. In der internationalen Kulturarbeit erleben wir gemeinsam mit Jugendlichen spannende Abenteuer. Junge Leute machen Ferien mit Kunst, drehen Filme oder veröffentlichen ihre Musik. Und wir laden alle Interessierten herzlich ein, mit dabei zu sein.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine künstlerische/pädagogische Ausbildung absolviert und langjährig aktiv und erfolgreich in Deutschland und vielen weiteren Ländern gearbeitet.

Unsere Webplattform wird ständig aktualisiert. In der Rubrik -Aktuell- berichten wir über durchgeführte und kommende Veranstaltungen. Bereits seit dem Jahr 1996 ist die Schule der Künste im Internet präsent. Facebook, Youtube oder Google+ komplettieren inzwischen das Angebot.

Zur Qualitätssicherung und zur Unterstützung unserer Bemühungen, ein zeitgemäßes Bildungs- und Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche ständig zu aktualisieren und weiterzuentwickeln, werden die Projekte der Schweriner Schule der Künste wissenschaftlich-fachlich durch externe Spezialisten begleitet und gemeinsam ausgewertet. Diese Beratung durch erfahrene Wissenschaftlerinnen besitzt für uns einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus kooperieren wir inzwischen mit mehreren Fachbereichen verschiedener Hochschulen bundesweit und international.

Im Jahr 2010 verlieh das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommerns der Schweriner Schule der Künste die Urkunde zur staatlichen Anerkennung. Bis zum Jahr 2016 trug unsere Einrichtung den Titel „Staatlich anerkannte Kinder- und Jugendkunstschule in Mecklenburg-Vorpommern“.

In der Struktur ‚Jugendkunstschule‘ indessen wurde es uns recht schwer und oftmals nur begrenzt möglich, den Bereich der internationalen Kooperation und der interkulturellen Arbeitsformen in der kulturellen Jugendbildung dem regionalen Bedarf entsprechend weiter auszubauen. Gerade hier aber sehen wir einen Arbeitsschwerpunkt, wenn sich doch immer mehr Ressentiments gegenüber Migranten, hinsichtlich der europäischen Öffnung und der fortschreitenden Globalisierung in der breiten Öffentlichkeit ihren Weg bahnen. Nicht nur die damit verbundenen Gefahren, sondern insbesondere alle einhergehenden Chancen möchten wir in unserer Projektarbeit künftig noch deutlicher in Anschlag bringen.

Gastfreundschaft und kulturelle Offenheit, erfolgreiche Projekte der interkulturellen Bildung, Friedenserziehung und die aktive Gestaltung des Lebens – für uns ist dies unmittelbar verbunden mit dem afrikanischen Wort DAMIBIZI. Seit vielen Jahren organisiert die Schweriner Schule der Künste unter diesem Titel internationale Jugendkulturprojekte mit Partnern in aller Welt. Aus einer kontinuierlichen und erfolgreichen Zusammenarbeit wuchsen Vertrauen, Freundschaften und der Ehrgeiz, gemeinsam neue Wege im Sinne der internationalen Verständigung zu beschreiten. Im Rahmen unserer Projektarbeit wollen wir interessierten Menschen Raum zum Austausch geben, Kontakte vermitteln und ungewöhnliche Veranstaltungen realisieren. Unsere internationalen Freunde haben spannende Geschichten zu erzählen, über ihre Heimat, über uns fremd anmutende Kulturen. Wir wollen sie zu Wort kommen lassen und auf diesem Wege Neugier wecken sowie für eine Akzeptanz der Vielfalt werben.

Kinder und Jugendliche aus M-V werden in unseren Projekten überall auf der Welt mit Gleichaltrigen in Kontakt treten, Projekte gemeinsam absolvieren und miteinander Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmieden können. Und vielleicht tragen wir damit dazu bei, unsere Region ein kleines Stück weit in Richtung Welt öffnen zu helfen.

Im Januar 2017 war es dann soweit. Nach einer intensiven, mehrmonatigen Vorbereitungsphase gab der Trägerverein den Startschuss für die Neuausrichtung der Schweriner Schule der Künste. Mehr Internationalität in der Projektarbeit, mehr landesweites Engagement, spannende Fortbildungsangebote für Multiplikatoren und viel Neues für die Kita- und Schulkooperation – diese Vorhaben sollen auch durch unseren neuen Titel unterstrichen werden:

INTERNATIONALES KINDER- UND JUGENDKULTURZENTRUM

Schule der Künste Schwerin